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RadarTussi

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Freitag, 7. Juli 2006, 23:01

AGA - so war es für mich

II. Quartal/06 AGA in H***

Tja, nun ist mein letzter Tag der Grundausbildung auch schon eine Woche her und ich muss sagen, rückblickend war es eine geile Zeit. Aber jetzt mal von Anfang an.
Montag, 03.04.2006

Der Tag ist gekommen. Gepackte Taschen, nach tagelangem Grübeln „was nehme ich mit?“. Trotz mehrfacher Aussage, ich bräuchte nur Kulturbeutel und Unterwäsche, liegt natürlich noch zivile Kleidung drin, eine Digi-Cam, was zu lesen, was Süßes, Musik und so weiter. Jedem, der in den nächsten Quartalen vor der Einpack-Frage steht will geraten sein „Ihr braucht wirklich nur Kulturbeutel und Unterwäsche“!

Ich bin also in H*** angekommen. Keine Angst falls ihr Zugfahrer seid, es fährt ein BW-Bus-Shuttle zwischen Bahnhof und Kaserne. Das sollte nun also mein neues „zu Hause“ für die nächsten drei Monate werden. Das ist also die Soldatenschmiede. Das hier könnte also mein persönlicher Alptraum werden. Nachdem ich herausgefunden habe, wo ich hin muss, schon 3-4 Unterschriften leisten musste, wurden wir auf unsere Inspektionen verteilt. Erster Kontakt zu den Anderen. Allgemeine Rat-, und Hilflosigkeit in den Gesichtern. Ich kann euch gar nicht mehr genau sagen, was ich an diesem Abend alles unterschrieben habe, wo wir überall hin sind, wer sich uns alles vorgestellt hat. Es war auf jeden Fall eine ganze Menge und der Tag fand erst gegen 00Uhr ein Ende.

So sah es eigentlich die ganze folgende Woche über aus. Jeden Morgen um 0530 Uhr aufstehen. Wobei es uns damit sehr gut getroffen hat, weil einige schon um 0400Uhr aufstehen durften. Natürlich hatten wir somit auch als letzter Dienstschluss, aber was machte das schon, wenn man eh immer länger als der Zapfenstreich spät war, unterwegs war.

Die zweite Woche kam, und somit auch der anstrengenste Geländedienst von allen. Lasst euch soviel gesagt sein, Bewegungsarten im Gelände ist kein Spaß! Man stellt es sich so einfach vor. Auf den Bauch schmeißen und wie ein Baby auf allen Vieren vorwärts kriechen. Aber nein, da gehört Technik zu, das benötigt Ausdauer und vor allem schmerzfreie Ellbogen und Knie. Gleitenderweise sind wir also über Baumwurzeln gekrochen, springend durch den Wald gefroscht und uns an Bäume angepirscht. Die folgenden Wochen verbrachten wir dann wieder wie zivilisierte Menschen, aufrecht gehend. Aber selbst das will gelernt sein! Wie bei der Bundeswehr üblich, hat selbst „Laufen-lernen“ einen anderen Namen, nämlich FORMALDIENST. Für manche das übelste Wort überhaupt, für mich eine Erholung. Endlich konnte ich hinter meinem Vordermann herlaufen ohne ständig die Schrittfrequenz ändern zu müssen und ohne, dass mein Hintermann mir ständig in die Hacken tritt. Als das Ganze dann in Uniform stattfand (mittlerweile auch komplett eingekleidet), sah es schon fast gewollt und gekonnt aus. Auch Unterrichte kamen nicht zu kurz. Dienstgrade, Die Pflichten eines Soldaten, Befehl & Gehorsam. Alles was ein guter Soldat von heute so wissen muss. Die ersten Rekruten wurden zu SAZ ernannt und auch unser erster Marsch (6km) stand an. Diesen haben wir in recht guter Zeit und mit relativ wenig Ausfällen (neue Stiefel, Blasen und so) gemeistert. Tut euch selber aber einen Gefallen und verpflastert euch nicht schon VOR dem Marsch die Füße. Ich habe Übles von Leuten gesehen, die dies taten.

Was darauf in den kommenden Wochen folgte, bekomm ich nicht mehr in einen wöchentlichen Überblick verfasst. Es waren auf jeden Fall viele Unterrichtseinheiten beim Inspektionschef über die Vorgesetzten Verordnung, Wehrbeschwerdeverordnung, Erzieherische Maßnahmen und so weiter. Natürlich Unterrichte die notwendig sind, auch versucht wurden interessant zu gestalten, jedoch im Thema an sich sehr trocken sind. Auch Informationsveranstaltungen der DBwV und beim Standortpfarrer waren an der Tagesordnung. Spannender wurde es, als wir zum ersten Mal unser Gewehr in Händen hielten. Unterricht beim Gruppenführer über die Baugruppen und Einzelteile. Zerlegen und Zusammensetzen. Auch Waffendrill genannt. Natürlich Stationsweise. Das sollte mich die gesamte AGA-Zeit durch verfolgen. Auch die Handfeuerwaffe P8 durfte ich zerlegen und zusammensetzen, was schnell erledigt war, da wesentlich weniger Einzelteile vorhanden. Mit dem Waffendrill, logischerweise verbunden, das Waffenreinigen. Jedoch sehr viel weniger schlimm, wie immer behauptet. Nach der Zeit fängt es sogar an Spaß zu machen, weil man dabei wenigstens mal sitzen kann. Allerdings frustriert das Reinigen doch sehr, wenn man das Gewehr vorher nicht dreckig machen kann. Das sahen die Ausbilder wohl auch so. Das erste mal Schießen! Mit Splitterschutz, Koppel, Helm, Rucksack und Gewehr ging es los zur Standort Schießanlage. Ich muss sagen, es war ein seltsames Gefühl, der scharfe Schuss. Und als wir nach dem Mittag dachten, es ging weiter, hieß es schon aufrödeln, in Formation aufstellen und Abmarsch. Marsch? Davon stand aber nichts auf dem Dienstplan. Das war der Zeitpunkt an dem wir lernten, dass der Dienstplan wohl nur eine Wanddekoration und eine grobe Richtlinie ist. Nach diesem Marsch gab es schon mehr Ausfälle als nach dem Ersten, aber auch das war geschafft. Sportlich ging es dann auch weiter, der PFT musste gemacht werden und eine Kasernenrunde gelaufen werden, bei der ich eigentlich ständig mit Aufschließen beschäftigt war und am Ende auch wirklich am Ende war. Was für die Vordersten ein lockeres joggen war, war für mich ein Ausdauersprint. Ich betete, dass dies nicht allzu oft ansteht und meine Gebete wurden erhört. Während der drei Monate Grundausbildung absolvierten wir den so genannten Geländelauf drei Mal.

Es folgten wieder viele Unterrichte in Sachen Orientieren im Gelände und EAKK. Also Checkpoint, Alarmposten, Feldposten, Streife, Patrouille. Sowie harte Theorie über Wache. Da dies aber nicht nur bei Theorie bleiben kann, stand also der nächste Geländedienst an. Diesmal sogar ein Doppel GD. Morgens mit gesamten Gerödel raus auf den Truppenübungsplatz, Zelte aufbauen, Mittag essen, Orientierungsmarsch, Abendessen, Stationsausbildung und Einweisung ins SEM, sowie FFOBZB, auch liebevoll Ackerschnacker genannt. Wieder mal Theorie die in Praxis umgesetzt werden muss. Also Streife, Alarmposten usw. besetzen, der alle zwei Stunden gewechselt werden musste. Für alle anderen hieß es, Nachtruhe so gut es in dieser Nacht möglich war. Der nächste Morgen, nach einer viel zu kurzen Nacht, begann mit Lager abbauen und Frühsport. Alles ablegen bis auf T-Shirt, Hose, Stiefel und natürlich vorbildlich, Gewehr immer am Mann und ein paar Runden am Hang im Kreis gelaufen. Gewehr vor die Brust, Gewehr über den Kopf. Schon nach den ersten Runden war ich so am Ende, dass mein Zug ein paar extra Runden für mich drehen musste, um mich einzusammeln. Das konnte ich den Anderen natürlich nicht zumuten, also biss ich so gut auf die Zähne wie es ging. Danach spärliche Körperpflege, Frühstück und wieder aufrödeln. Los ging’s über Wald und Wiese, durch einen kleinen See schwimmen, tarnen und das ganze von vorne. Irgendwann sahen wir dann auch den heiß begehrten Y-Tours Bus, wobei keiner dran glaubte zurück gefahren zu werden. Doch wieder wurden unsere Gebete erhört. Also aufsitzen und abfahrt. Danach Waffenreinigen, Umziehen, Abendessen und Dienstschluss.
Was auch unterrichtet werden musste, war EOR/EOD. Minenerkundung. Eigentlich eine der spaßigsten Stationsausbildungen, auch wenn es einem sinnlos vorkommt, mit einem Stricknadel ähnlichem Ding in einem Beachvolleyballfeld rum zu stochern, doch auch dies kann man sich durch nette Gespräche versüßen.
Was stand noch so während der Grundausbildung an? Natürlich diverse weitere Schießen, ob bei Tag oder Nacht. Die San-Ausbildung, Sperrenbau, HiBa, Gefechtsmarsch von 20km und viele andere lustige Kleinigkeiten. Besonders Erwähnenswert sind meiner Meinung nach die Einsatzübung und das Gefechtsschießen. Die Einsatzübung hat mir persönlich an der Grundausbildung am Besten gefallen, weil man dort endlich mal das gelernte anwenden konnte. Zwar gestellt, aber es heißt ja, LIDL – Leben in der Lage. Jetzt wusste ich endlich, warum ich stundenlang durch das Kasernengelände gelatscht bin, in einem Tempo, das jede Oma geschafft hätte, rechts und links nach nicht vorhandenen Minen Ausschau gehalten habe oder einen Checkpoint betrieben habe, wo eh nichts passiert. Hier war alles anders. Hier wurde überprüft wie ernst wir die bisherige Ausbildung nahmen. Auch eine kleine San-Dienst Einlage war dabei. Das Gleiche galt für das Gefechtsschießen. Dort wurde auf den Umgang mit der Waffe geachtet sowie auf das Erlernte in den Unterrichten „Rules of Engagement“ usw. Man lebte wieder in der Lage, begann mit einem kurzen Patrouillenweg, der durch einen lauten Knall unterbrochen wurde, hetzte so schnell es möglich war in seine Stellung und „ballerte Blei in die Heide“, immer darauf bedacht, keine Zivilisten zu erwischen. Das waren meine persönlichen Highlights!!

Auch wenn das hier eine kurze Zusammenfassung werden sollte, die etwas länger wurde, als geplant, aber noch lange nicht alles erzählt, was erwähnenswert gewesen wäre, möchte ich mir ein paar abschließende Worte erlauben.
Trotz dem ganzen Stress, der Nervosität, der Anstrengung und der Gedanken ans Aufgeben, HALTET DURCH! Ich denke ich habe in dieser einen Woche genug Abstand gewonnen um sagen zu können, dass es ne verdammt schöne und lehrreiche Zeit war. Natürlich war dies alles auch unseren Ausbildern zu verdanken, die sich auch oft für uns eingesetzt haben! Zeigt Einsatzbereitschaft und viel guten Willen und die drei Monate werden wie im Flug vergehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch zukünftigen Soldaten alles Gute und das Quäntchen soldatische Glück.
Eure Tussi
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FireCrow

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Samstag, 8. Juli 2006, 21:02

Netter Beitrag :)

Taraxacum

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Montag, 10. Juli 2006, 08:06

Allah ist mit den Standhaften

@Radartussie,

ja das ist die AGA, keine feste Dienstzeiten viel Streß aber es macht doch Spass gerade dann wenn man die AGA hinter sich hat.
Dein Bericht hat mir sehr gefallen.
Signatur von »Taraxacum« Carpe diem und alle Wege führen zu Gott und zwei davon über die Berge und das Meer!

Kohai

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Montag, 10. Juli 2006, 13:25

Sehr schöner Beitrag - wirklich !

Auch ich muss sagen, die AGA war bisher mit dem Feldwebellehrgang die schönste Zeit in der Bundeswehr.
Signatur von »Kohai« Senilität ist die letzte Runde im Lebenskampf, sie kommt gleich nach der Sterilität - oder kommt zuletzt die Sanität ???

Redfraggle

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Donnerstag, 30. November 2006, 21:37

Ein sehr schön zu lesender Bericht :)

Danke!!!

Grüßle
Reddy

Rainer

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Mittwoch, 21. März 2007, 00:05

leicht amüsiert gelesen, vor allem "Dienstplan ist Wandschmuck". Der rest ist mehr oder weniger normal, wenn man von so einigen Spitzen in anderen AGAas absieht.
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wolfi

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7

Mittwoch, 21. März 2007, 18:09

Ein schöner Bericht. Was anders ist wie Früher die vielen neuen Abkürzungen. :thumbup:

Da muß Opi sich immer erst reindenken. :thumbsup:

Abersonst hat sich nicht viel geändert . AGA-Grundi ist immer der Einstieg in ein anderes Leben

Wolfi
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Richard

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Samstag, 24. März 2007, 05:55

Zitat

AGA-Grundi ist immer der Einstieg in ein anderes Leben


Findste? Das find ich persönlich jetzt ein bisschen übertrieben.
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wolfi

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Samstag, 24. März 2007, 11:32

Überlege doch mal viele sind das erst mal von Mammi weg . Müssen Betten selberbauen.

Keiner ist da der ihnen Sachen hinterher trägt. Das Essen ist anders.

Dann die Ausbilder die einen in Trab halten. Auf einmal kannst du nicht mehr selbst entscheiden was du tust.

Es wird dir alles vorraus gegeben. denken ist nicht nötig.*g* Zapfenstreich 22.00. Aus der Koje 5.30 dann alles im Laufschritt erledigen von der Morgentoilette bis zum Frühstück.

Dann der Formaldienst, Sport, Unterricht, rund die ganze Ausbildung .Alles Neu .

Also ich habe es damals so empfunden .Obwohl ich nicht immer bei Mammi am Rockzipfel hing.

Pfadfinder geprüft , viel mit dem Schwimmverein unterwegs.

Aber das ist natürlich eine persönliche Empfindung

wolfi
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Samstag, 24. März 2007, 12:29






Es wird dir alles vorraus gegeben. denken ist nicht nötig.*g* Zapfenstreich 22.00. Aus der Koje 5.30 dann alles im Laufschritt erledigen von der Morgentoilette bis zum Frühstück.


Da sieht man mal wie wenig Ahnung du von der heutigen Bundeswehr hast. Die Variante "Machen ohne nachzudenken" war vielleicht zu deiner Zeit gang und gebe trifft aber heute absolut nicht mehr zu. Von den Rekruten die im Maingate stehen wird ne eine Menge mehr erwartet. Auch wenn du dies mit einem "*g*" versehen hast kann ich solche Beiträge absolut nicht verstehen. Wenn man von der heutigen Ausbildung keine Ahnung hat sollte man vielleicht mal überlegen und nichts schreiben.

wolfi

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Samstag, 24. März 2007, 13:14

ohhh das mag ja sein hier geht es aber um die Empfindung die jeder gehabt hat.

Sicher war bei uns noch alles anders . Wir hatten noch Ausbilder die im WK2 gedient hatten . Das waren anderen Kerle wie die weichgespülten von Heute.

Ich sage nicht das alles was da gemacht wurde gut war sondern gab nur meine persönlichen Empfindung so wie ich es

und meine Kameraden das, damals erlebte wieder. Mag ja sein das heute alles Anders ist

Aber den Mund lasse ich mir nie verbieten. es muß auch Möglich sein von der guten" Alten Zeit" zu schreiben *g* Auch wenn das einigen nicht passt.

ich denke ich werd mir das direkt mal anschauen . Bei Gelegenheit
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Samstag, 24. März 2007, 13:31

Weichgespülte Ausbilder? Vielleicht bei der Marine *g* In meiner AGA-Kompanie bilden nur vollausgebildete Objektschützer aus die 7 Monate in Hammelburg waren. Also reine Infanterie.

FireCrow

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Samstag, 24. März 2007, 13:38

Zitat

Das waren anderen Kerle wie die weichgespülten von Heute.
Bei uns in der AGA haben sie 3-mal nachgefragt ob sie uns anfassen dürfen ... Sobald es anfing zu nieseln ab rein Regenschutz an.

Heute muss doch ein Ausbilder angst haben wenn er einen Rekruten zu laut anbrüllt das er gleich zum San rennt… und sich noch beschwert. Aber liegt wohl eher an die Unlust mancher Rekruten…

Aber was Bone sagt stimmt schon.

Es kommt immer auf die Ausbilder an. Im ersten Zug waren Ausbilder die Flugmechaniker usw. gemacht haben. Das war locker und entspannt.
Um zwoten Zug waren vier 76er Ausbilder. Da hat man den Unterschied schon gemerkt.

Richard

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14

Samstag, 24. März 2007, 14:22

Wolfi,
ich hab's ja auch so erlebt und empfunden. Von diesen Zeiten haben wir ja auch schon öfter geschwätzt.
Bin nur irgendwie über die Formulierung mit dem "anderen Leben" gestolpert, die mir übertrieben schien - es klang so nach "Bruch", obwohl du das wahrscheinlich nicht gemeint hast. Also lassen wir's gut sein; ich bin halt immer so ein sprachlicher Korinthenka****.
Viele Grüße,
Richard
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wolfi

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Samstag, 24. März 2007, 14:54

Richard bei mir war das schon so.

Meine Eltern waren froh das ich weg war. Meine Schwester das sie endlich mein Zimmer bekam. Mein kleiner Bruder war da gerade 3 Jahre alt die waren froh das der Große Platz gemacht hatte.

Ich wurde mehr oder weniger zur Marine gedrängt . Mein Onkel hat da mit dran gedreht. Eigentlich wollte mein Vater das ich in die Sportkompanie nach Warendorf ging . Als ich das ablehnte weil ich zur See fahren wollte .Hatte ich den ersten großen Krach mit ihm. ne 3 Zimmer Wohnung mit 2 Erwachsenen und 3 Kinder davon 2 groß ist hat zu eng.

Dann hatte ich ja noch meine Freundin und meine Tochter. Die auch bei mir ab und zu waren

Da ich zuerst gezogen war W18 war ich am Anfang nicht begeistert das kam erst später.

Bone du weißt wie ich das meine denke dran auch ich war in Hammelburg 2 mal EK1 und 2 Gerade da hatten wir so einen Ausbilder Falli Major. In Kreta einer der wenigen der die erste Welle überlebt hat.

An Bord hatten wir ein STO der schlief während wir zur See fuhren nur mit Schwimmweste im Arm in der Schreibstube .Der war 3 mal versenkt worden 2 mal im U-Boot. Seine Jungs hatte er im Griff in der Maschine konntest du von den Flurplatten essen.

So könnte ich weiter machen

Sicher und das ist auch gut so hat sich vieles verändert.

Auch ich habe wie Fire erlebt das mancher Ausbilder es locker namen andere überhart waren.

Es kommt immer darauf an wo man ist. Wie Fire schon sagte dir 76 sind ein besonderes Volk da gab es den Schnak nichts im Anker nichts im Hirn. Wenn die das hörten waren sie sauer.( Tara ups duck und weg)

Du sagts ich habe von der heutigen Ausbildung keine Ahnung . Vergisst aber das ich laufend mit Dirk in Kontakt bin der ja lange Ausbilder der Minentaucher ist, gerade gestern wieder . Also ganz bin ich noch nicht raus aus der Materie.

Sicher ich bin nich mehr aktiv wie Ihr aber noch Informiert.

Wolfi

Ps ich hoffe das sie den 2 Teil bald schreibt :thumbsup:
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Bone

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Samstag, 24. März 2007, 15:23

Die Ausbildung zum Minentaucher hat rein garnichts mit der Ausbildung von Rekruten zu tun. Also zwei unterschiedliche Themen. Die Minentaucher erhalten fertige Soldaten. Ich mache aus Zivilisten Soldaten.

Rainer

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17

Mittwoch, 10. März 2010, 22:32

Hallo,
gerade noch einmal sehr amüsiert die Diskussion gelesen. Früher war es in der Tat sehr viel anders. Es gab zwar einen Dienstplan, aber ob Dienstende auch wirklich um 17 Uhr war, war nicht unbedungt sicher. Es passierte durchaus, dass die Kompanie noch ein oder zwei Stunden zusätzlich Dienst hatte, wenn etwas tagsüber nicht so geklappt hatte, wie der KpChef oder ZgFhr es gewünscht hatten. Und was Wolfi geschrieben hat, war so. Laut Aussage eines Kameraden Stabsfeldwebel, der mir in der AGA nach einer Stunde Soldat den ersten Tundraelchanschiss verpasst hatte, ging die körperliche Belastbarkeit neuer Soldaten so ab Anfang, Mitte der siebziger Jahre zurück. Die AGA war bei uns teilweise schlimm, bei einem Lauf unter erschwerten Bedingungen fielen Leute um, bezw. meinten um die Quälerei zu verkürzen, es wurde durchgezogen. Und die, die meinten umfallen zu müssen wurden am Wochenende so trainiert, dass sie beim nächsten Mal nicht mehr umkippten.
Ein Wechsler sagte nach der ersten InfGefAusb: Wenn ich gewusst hätte was hier läuft, hätte ich nie getauscht.
Wohlgemerkt es gab keine festgelegte Wochenstundenzahl. Ob es 110 oder 48 Stunden "Arbeitszeit" in der Woche waren, war ziemlich egal.
Gruss
Rainer
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Donnerstag, 11. März 2010, 12:09

hi leutz, also ich finde es sehr interesant ich kann noch nicht mitreden den meine aga steht noch aus;)

aber ich find es echt cool wenn mal ein (alterhase) seine geschichte erzählen darf, und das sich die neuen (frischling) wie auch immer, wenn sie ihre aga machen, ein bild machen können wie es früher und wie es heute ist ;)

lg fofo

Tanja

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Donnerstag, 11. März 2010, 15:38

Da hast du recht @fofo. Ich finde es auc interessant früher - heute zu vergleichen. Ich war 10/2002 bei den Heeresfliegern und ich fand die AGA nicht so schlimm. Gut, wenn man im Gelände war, das einem alles weh tat usw., aber ich finde dass ich da viel gelernt habe und bissle Spaß hat es dann auch noch gemacht.



Toller Bericht! Ist super geschrieben...



Gruss Tanja
Signatur von »Tanja« Man soll nie die Hoffnung aufgeben - egal für was man kämpft!