Bundeswehr neben Studium

    • Bundeswehr neben Studium

      Hallo,


      ich studiere derzeit an einer staatlichen Uni und habe den Wunsch etwas Erfahrungen in der Bundeswehr zusammeln.
      Ich möchte allerdings ungern mein Studium dazu unterbrechen, da es an sich schon mind. fünf Jahre dauert, ich schon ein Jahr mit einem anderen Studiengang ins Land gehen lassen habe und noch ein Jahr Auslandsaufenthalt hinzukommen wird.
      Meine Frage ist daher, ob sich ein Studium neben Arbeit (o. FWD) in der Bundeswehr vereinen lässt bzw. möglich ist.
      Das Studium steht dabei natürlich stehts im Vordergrund.
      In Christian Lindners Werdegang auf Wikipedia steht "Während des Studiums schlug Lindner eine Reserveoffizierslaufbahn bei der Luftwaffe ein.".
      Da Lindner, wie ich auch, an einer normalen staatlichen Uni studiert hat, heißt das für mich, das Studium und Bundeswehr scheinbar vereinbar ist...


      Vielen Dank :)
    • Da gibt es schon wesentliche Unterschiede. Es gibt die Laufbahn der Truppenoffiziere und die Laufbahn der Reserveoffiziere. Beides ist vom Zeitmanagement sehr unterschiedlich.

      In der Truppenoffizierslaufbahn ist man in Vollzeit Soldat und das 12 Jahre lang. Man hat, wenn, nur Abends die Möglichkeit sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Da empfiehlt sich ein Fernstudium. Das lässt sich relativ gut mit dem Dienst vereinbaren.

      Die Reserveoffizierslaufbahn ist da etwas anders. Man ist erst einmal 2 - 3 Jahre in Vollzeit im Truppendienst. Danach geht man andere Wege, wie ein Studium. Später sind dann die Wehrübungen dementsprechend abzulegen.

      Mal eben als FWDL seinen Wehrdienst abzuleisten und weiterhin in Vollzeit studieren funktioniert definitiv nicht. Solch Schnupperkurse, wie man sie von der Uni kennt gibt es hier nicht. Dienstliche Belange haben Vorrang vor den privaten, wozu auch ein Studium gehört.

      Man kann sich natürlich nach Dienstschluss weiter bilden und wie schon erwähnt ein Fernstudium absolvieren. Für die Präsenztermine, sollte man vorher den Urlaub dementsprechend einreichen.
    • Ich studiere Physik. Da ist ein Fernstudium natürlich quatsch.
      Als "Schnupperkurs" war das Ganze nicht gedacht...
      Ich habe derzeit eine 40h Woche als Hilfswissenschaftler und mit dem Studium komme ich i.d.R. gut auf 80 Wochenstunden.
      Die 40h HiWi und ggf. ein paar Stunden Freizeit würde ich für die Bundeswehr gerne aufgeben. So viel länger arbeitet ein Berufssoldat auch nicht und das würde ich auch nicht mehr als Schnupperkurs bezeichnen.
      Die Sache ist eben nur die, dass bei der Dienstzeitplanung die Zeit für das Studium berücksichtigt werden muss.
      Für mich impliziert das Während in "Während des Studiums schlug Lindner eine Reserveoffizierslaufbahn bei der Luftwaffe ein."
      einfach, dass beides zeitgleich abgelaufen ist.
    • @TopGun hat durchaus recht mit seiner Einschätzung.

      Herr Lindner hat wohl seinen Grundwehrdienst (den gab es damals) abgeleistet und aufgrund seiner schulischen Vorbildung, seines Auftretens als aktiver Soldat und des Bedarfs der Truppe eine Karriere als Reserveoffizier einschlagen können.

      Konkret sieht das so aus, dass der Soldat Lindner mit militärischer Vorbildung (abgeschlossen Grundausbildung und Einsatz in der aktiven Truppe) sich während seiner Semesterferien in Wehrübung (heute heißt es "Reservistendienstleistung") militärisch weiter qualifizieren konnte (z.B. durch Laufbahnlehrgänge, Übernahme von Vorgesetztenaufgabe in der Truppe, Sammeln von Anwendungs-Erfahrungen bei militärischen Übungen).

      Neben einem Vollzeitstudium einen Militärdienst leisten zu wollen würde voraussetzen, dass Ihre Lehrveranstaltungen an der Uni sämtlich ab 18 Uhr stattfinden. Gerade im Grundausbildungs-Lehrgang (Dauer: in der Regel 3 Monate) dürfte dann eine Teilnahme auch nicht sicher gewährleistet sein, da mitunter länger Dienst angesetzt ist (dient zunächst dem Teambuilding).

      Es gibt aber auch die geplante Ausbildung zum Reserveoffizier. Das läuft dann etwas anders, als Sie es sich nach der Lektüre von Lindners Biografie vorstellen.

      Nach Abschluss Ihres Studiums können Sie versuchen, bei besonderem Bedarf Ihrer Qualifikation in einem höheren Dienstgrad auch als Ungedienter einzusteigen. Das ist nicht unmöglich (insbesondere im Sanitätsdienst werden solche Karrieren häufiger angeboten für Approbierte).
      Bitte habt Verständnis dafür, dass ich Fragen zur Bundeswehr per PN, IM oder Email nicht mehr beantworte.
      Dafür gibt es dieses Forum.
      Freundschaftsanfragen werden positiv beantwortet nach persönlichem Kennenlernen
    • Wie Perser schon gesagt hat, ist das eine persönliche Bewertung ob man es schafft.
      Ich habe mich als Quereinsteiger erst nach erworbener ziviler Qualifikation bei der Bundeswehr eingebracht. Im Studium wäre das unmöglich gewesen. Jetzt kann ich mir die Zeit dafür nehmen....

      Meiner persönlicher Rat: Zunächst einmal Studium/Ausbildung sicher "eintüten". Wenn die Basis gelegt ist, dann weiter sehen.

      Ergänzung: Wir haben ja 2017 Na, ja.... vielleicht ist es ja trotzdem nützlich
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