Bitte um Rat - Belastungsstörung und Wiedereingliederung

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    • Bitte um Rat - Belastungsstörung und Wiedereingliederung

      Guten Morgen liebe Kameraden,


      Ich bin 28 Jahre alt und angehender Portepee Unteroffizier aus Niedersachsen.
      Ich bin seit nunmehr 9 Jahren bei der Marine und davon 4 Jahre auf einer Fregatte zur See gefahren.
      Im Moment habe ich einen ziemlich ruhigen Dienstposten an einer Landdienststelle.
      Ich habe seit 2011 eine Diagnostizierte Belastungsstörung die auf eine erhöhte Wachbelastung zurückzuführen ist. Das liegt wiederum wahrscheinlich an der fehlenden Wehrpflicht weil die Marine einfach keine Soldaten hat um ihre Schiffe voll zu besetzen.


      Es wurde von einem verlangt mehrere Wochen am Stück Wache zu gehen, und mit verschiedenen mitteln wurde man unter Druck gesetzt und somit dazu bewegt dies auch zu tun.

      Dazu kam dann auch noch eine doppelte Wachbelastung in mehreren Verantwortungsbereichen die sich überschnitte haben.

      Kurz: Viel Wache, kein Ausgleich, Stress, Probleme Zuhause und schon ist sowas vorprogrammiert.

      Im Detail gehe ich jetzt auch nicht auf die Vorkommnisse ein.



      Jetzt fast 4 Jahre danach und einer Therapie lerne ich langsam wieder mit Belastung umzugehen.

      Das Problem was sich mir jetzt stellt ist folgendes:

      Wenn 3 -4 Jahren auf verschieden Dienstposten mit Samthandschuhen angefasst wird, dann schleicht sich eine Routine ein wo man denken könnte es ist wieder alles in Ordnung.

      Jetzt wo ich meinen Laufbahnwechsel vom Mannschaftsdienstgrad zum PortepeeUffz durchlaufe und mit den Lehrgängen konfrontiert werde, merke ich, dass ich mit „Belastung“ immer noch ein Problem habe.

      Dies macht sich körperlich deutlich bemerkbar.

      Ich habe meinen Lehrgangsmarathon deshalb gerade durch das SanZen unterbrechen lassen und werde mir gerade meines Problems immer bewusster.



      Ich bin gerne Soldat, aber ich überlege mir ob das alles das richtige für mich?

      Aufgrund meines Problems entwickeln sich einige Existenzängste und andere Sorgen.

      Das SanZen sowie meine Dienststelle lassen mich zurzeit hängen weil diese mit der Problematik überfordert zu sein scheinen und BAPersBw will auch irgendwann wissen was los ist.



      Vielleicht findet sich hier jemand der ähnliches erlebt hat und ein paar Tipps für mich hat?

      Was würdet ihr machen?

      Nehmt kein Blatt vor den Mund und sagt was ihr denkt, ich bin im Moment echt ratlos.



      MKG Panda
    • Meine nicht maßgebliche Meinung ist, dass du wirklich genau überlegen solltest, ob der Beruf das ist, was dir gut tut. Soziale Absicherung kann da nicht der alleinentscheidende Grund sein.
      Das will ich auch kurz begründen:
      Du hast eine festgestellte Krankheit, die durch Wachbelastung entstanden ist.
      Du warst der Meinung das soweit im Griff zu haben, dass du neue Herausforderungen suchst, nämlich den Laufbahnaufstieg.
      Im Zuge dieses Laufbahnaufstieges stellst du nun fest, dass du bereits in der Lehrgangsphase fest, dass die Belastungen so hoch sind, dass deine alte Krankheit wieder kommt.
      Die Lehrgangsbelastung für eine Verwendung als Uffz o.P. ist nun nicht besonders hoch. das sieht man alleine schon daran, dass ein Hauptschulabschluss ausreicht, um die allg. Zugangsberechtigungen für diese Lfb zu erhalten.
      Wenn du nun schon auf dem Lehrg. an der Belastung scheiterst, wie soll das dann in der Verwendung werden?
      Die Bemühungen des Dienstherrn mit dieser Krankheit umzugehen haben sich seit Anbeginn der Einsätze deutlich verbessert. Sie zielen da aber auch auf die Mitarbeit des Betroffenen. Wenn dieser sich selbst durch einen Laufbahnaufstieg unter Stress setzt, müsste hier m.E. sogar eine dienstl. Fürsorge greifen, die den Laufbahnaufstieg ablehnt, damit der Soldat nicht selbst zu schaden kommt.
      Den Aspekt, dass es dann später bei der Verwendung auch wieder auftreten kann und damit andere Kameraden deine Aufgaben mitmachen müssen, lasse ich mal außen vor. Das sollte für dich nun erst einmal nicht der leitende Gedanke sein.
      Möglicherweise bist du besser in deiner jetzigen Lfb aufgehoben bzw. dann in einem geregelten zivilen Beschäftigungsverhältnis.
    • Also meiner Meinung nach brauchst Du einen Ausgleich zu der Belastung.

      Ich habe neben meiner recht stressigen Arbeit als Softwareentwickler und Systemadministrator angefangen Sport zu machen und bin darüber dahin gekommen wieder zur Bundeswehr zu wollen.

      Was mir an extrem stressigen Tagen hilft ist entweder Sport im Fitnesstudio oder einfach ein Spaziergang (Meistens an der Elbe oder an der Weser), dann erholt sich die "Seele" wieder ein Stück. Das ist natürlich nichts, wenn Du eine extreme Dauerbelastung hast die ständig anhält, weil irgendwann wird die Psyche anfangen den Körper in Mitleidenschaft zu ziehen.

      letztlich musst Du in Dich "reinhören", wenn Dein Körper oder Deine Psyche Dir ein "Nein" entgegen schleudert, ist es besser kürzer zu treten.