Eignungstest 31.08-02.09.16 Wilhelmshaven, Feldwebel, Erfahrungsbericht

    • Eignungstest 31.08-02.09.16 Wilhelmshaven, Feldwebel, Erfahrungsbericht

      Hallo,

      im Zeitraum vom 31.08.16 bis zum 02.09.16 nahm ich an der Eignungsfeststellung im Karrierecenter Wilhelmshaven teil. Beworben habe ich mich für den Posten eines Feldwebels.

      Kurz zu mir:

      Ich bin weiblich, 22 Jahre jung und habe bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik, sowie einen Realschulabschluss. Geboren und Wohnhaft bin ich im Saarland und eine genaue Ahnung über Dienstgradbezeichnungen etc habe ich auch noch nicht, weswegen ich darum bitte, mich ggf auf Fehler bezüglich einigen Bezeichnungen oder anderen Dingen hin zu weisen. Ebenfalls bin ich nicht ganz sicher, ob ein so detaillierter Erfahrungsbericht überhaupt erwünscht ist, oder ob ich evtl gegen Regeln verstoße. Bitte weißt mich auch in einem solchen Fall auf einen Fehler hin.


      Los ging es quasi schon Anfang August, als ich nach Monaten des Wartens endlich eine Einladung zur Eignungsfeststellung von der Marine in der Post hatte. In meinem Briefumschlag fand ich ein Einladungsschreiben, eine Informationsbroschüre, ein Informationsblatt darüber, was ich an zusätzlichen Dokumenten mit zum Testbericht nehmen soll, sowie eine Information für Bewerberinnen darüber, dass man dass Frauenarzt soll, um sich dort bereits im Vorfeld bescheinigen lassen zu können, dass dort unten alles in Ordnung ist.


      Hier bitte beachten: Auf dem
      Beigepackten Zettel, auf dem ihr nachzureichende Dokumente (z.B. Den Brillenpass) aufgelistet bekommen habt, steht unter Umständen nicht alles
      . Ich hatte seit meiner Bewerbung z.B. Einige Zeugnisse erhalten, von denen im Karrierecenter niemand wusste – folglich waren diese auf der Liste nicht zu finden. Ich habe sie aber trotzdem mit gebracht. Wer nicht grade nah an der Kaserne wohnt, ist gut damit beraten, lieber mehr als weniger mit zu bringen.
      Ein Mitbewerber hatte eine unangenehme Unterhaltung, weil er kein Dokument nachweisen konnte, welches seine Scheidung belegt.

      Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut – und um der Angst zu versagen ein Wenig vor zu beugen, lieber zu viel Sport, als zu wenig gemacht.


      Tipps zur Vorbereitung, die mir geholfen haben bzw. die ich für Sinnvoll befinde:


      1. Lest euch ganz ganz dringend durch, wo die Bundeswehr im Einsatz ist, was sie dort machen und bestenfalls noch, WARUM.

      2. Übergewicht? Nehmt noch ab, sofern es geht. Ich hatte 2 Personen in der Gruppe, die nur noch zum Sporttest mussten, weil sie diesen aufgrund von Übergewicht im Vorfeld nicht machen durften. Außerdem erleichtert es den Klimmhang, sowie auch die anderen Disziplinen.

      3. Nehmt keine Drogen. Sollte eigentlich klar sein, es fallen allerdings trotzdem noch genug Personen deswegen durch die Ärztliche Untersuchung.

      4. Legt euch – sofern noch nicht vorhanden – geeignete Kleidung für ein Bewerbungsgespräch mit.

      5. Wenn die Schule etwas länger her ist, seht euch zumindest noch einige Matheaufgaben mit %-Rechnung, dividieren mit Brüchen, zahlen mit ^3 etc vor.


      6. Informiert euch ausreichend.

      7. Macht euch nicht wegen dem Sporttest verrückt.


      Ich fand Fahrrad fahren schon immer gut. Zur Vorbereitung auf den Ergometer-Test war es ideal, hat mich fit gehalten und etwas erschlankt. Ich mache Wöchentlich ca 5 Tage Sport, an denen ich je zwischen 1,5 bis 4 Stunden fahre. (Wenn ich zu faul bin das Haus, den Kühlschrank oder etwas anderes zu verlassen, setze ich mich aufs Ergometer und schaue währenddessen Filme. Ich fahre auch gemütlich und nicht wie im Ergometertest 220 Watt.)

      Einen aktuellen Brillenpass, sowie mein Gynäkologischen Attest war ich nach Erhalt des Briefes so schnell wie möglich abholen. Achtung: Manche Frauenärzte haben sehr lange Wartezeiten. Klärt bestenfalls frühzeitig einen Termin ab.

      In den Tagen vor der Großen Fahrt (8:40) mit dem Zug war ich noch meinen Reisegutschein im DB Center gegen eine Fahrkarte eintauschen, habe mir überlegt, was ich mitnehme und anziehe und welche Fragen man mir wohl stellen würde.



      Tag der Anreise (Tag 1):

      Morgens um 5:20 Uhr ging mein Zug im Heimatbahnhof. 2 mal Umsteigen, im IC war reserviert und ich hatte alles dabei, was ich brauchte. War schon mal ein gutes Gefühl. Fast so, als wäre ich Kompetent :P

      Mittags kam ich wie geplant in Wilhelmshaven an. Ich hatte noch Zeit, bis ich an der Haltestelle des BW Busses sein musste. (Infos zu diesem gibt es in der Broschüre.)

      Am Bus später mit den anderen Bewerbern bekannt gemacht, Einladung und Ausweis vorgezeigt und eingestiegen. Der Soldat welcher uns abholte, war ziemlich cool und die Aufregung war dementsprechend nicht sonderlich hoch. In der Kaserne haben wir uns dann beim Steuerkopf (Quasi ein Büro in dem alles organisiert wird) angemeldet, Gepäck in die zugewiesene Stube gebracht und haben uns anschließend draußen gesammelt, um gemeinsam zum Essen zu gehen.

      Es gab „Burger“ zum selbst bauen, Brot und Salatbaukästen.

      Danach fand eine Einweisung statt. Wir bekamen eine Mappe mit Laufzettel, sowie dutzende Formulare zum ausfüllen und unterschreiben – das haben wir alles gemeinsam gemacht bzw. wurde uns erklärt, was wo wie ein zu tragen ist. Jeder Zettel einzeln.

      Am Ende der Einweisung bekamen wir noch einen Fragebogen mit 6 Fragen, die wir im ganzen Sätzen beantworten sollten und wofür wir 30 Minuten Zeit hatten. ich habe recht viel geschrieben, der Platz war knapp und die Zeit ebenfalls.



      Was hast du in der Schule für Werte mitgenommen? Und in der Ausbildung? Zuhause an Erziehung von den Eltern?

      Was erwartest du von der Bundeswehr und was bietest du? Welche Hobbys hast du und wie wichtig sind dir diese? Was machst du, wenn es mit der von dir angestrebten Laufbahn nicht klappt?


      Anschließend gab es für jeden, der nicht schon mal im Karrierecenter war (z.B. unseren ehemaligen übergewichtigen) Eine schnelle Führung durchs Gebäude, sowie anschließend nur für die Damen ein extra Formular. Eventuell überlegt ihr euch hier vorher, wann ihr das erste mal eure Blutung hattet. Aber ihr habt genug Zeit, um das letzte Formular aus zu füllen und ggf wie ich noch Mama an zu rufen. :P



      Freizeit.


      Wer schon einmal in Kiel war wird eventuell denken, dass es im Karrierecenter kostenloses Trinken außerhalb der Kantine gibt. Dem ist aber nicht so, im Warteraum steht ein Automat, für den ihr Kleingeld braucht, dieser hat auch kein Wasser. Das Kranwasser hat mich aber bisher noch nicht qualvoll dahingerafft, übel schmeckte es ebenfalls nicht.
      Im übrigen dürft ihr während der Freizeit das Kasernengelände verlassen zb. um einkaufen zu gehen. Auf dem Gelände gibt es im übrigen viele süße Häschen. :P



      22:00 Türen werden geschlossen

      22:15 Licht aus


      (22:20 Der Zeitpunkt, an dem ich meinen
      2 Mitbewohnerinnen säuerlich mitteilte, dass ich schlafen will und
      diese endlich das verdammte Licht ausmachen sollen)

      So um 1 Uhr herum konnte ich endlich
      einschlafen…


      Info: Die Duschen sind begrenzt und die
      Zeit ebenfalls. Wir Damen hatten 3 Duschen, bei den Männern weiß
      ich es nicht. Und unter Umständen gibt es mehr als eine Gruppe von Bewerbern. (Und auch diese wollen sicher duschen)


      Tag 2:


      Wecken ist um Viertel nach 5. Antritt zum Essen ist um viertel vor 6.

      Ihr müsst: Duschen, Körperpflege betreiben(Männer zb Rasieren), ggf Rauchen, ordentlich anziehen, Betten machen, Stube aufräumen, auf die Toilette, Handynachrichten beantworten etc. (Im ganzen KC Gebäude herrscht ein Handyverbot, lasst euer Handy auch nicht offen herum liegen. Verschließt es im Schrank)

      Reicht da eine Halbe Stunde, wenn man für eine Duschen anstehen muss? Nein.

      Freut sich das Ärzteteam, wenn jemand stinkt? Nein.


      Jedenfalls bin ich um viertel vor 5 aufgestanden.. Totfit. 2 Tage in Folge kaum Schlaf bekommen. Yay.


      TIPP: Räumt eure Stube vor Verlassen auf. Danach ist keine Zeit mehr – und bei unsauberen Stuben wird diese verschlossen und es gibt Ärger für ALLE, die dort wohnen. Achtet also auch auf die anderen.


      Von dem Frühstück dort war ich begeistert. Es war wie immer ein Buffet, es gab:

      8 verschiedene Müsli-sorten + Milch, Brot, Brötchen, Rosinenbrötchen, Beläge (Auch Nutella)- und wahrscheinlich noch andere Dinge, die ich nach den Rosinenbrötchen nicht mehr gesehen habe.

      Ein Automat macht euch per Knopfdruck Kaffee, Cappuccino, Kakao usw.

      Wichtig: Ihr habt 20 Minuten Zeit zum zusammenstellen des Buffets sowie zum essen. Redet nicht zu viel, wenn ihr langsame Esser seid. Beeilt euch etwas.



      Nach dem Essen ging es dann als Gruppe zurück zum Gebäude, insgesamt waren wir noch 2 Bewerbergruppen. Gruppe Sonnenschein (Herr S ist kreativ in der Namensgebung) wurden vor unserer Gruppe zugewiesen für die Tests, welche uns erst am nächstem Tag bevorstanden, und wir – Gruppe Neu – wurden in 2 Teile gespalten. Die eine Gruppe sollte zuerst zum Arzt und die andere Gruppe musste innerhalb von 3 Minuten zum Computertest.

      Wer nach dem essen also noch auf die Stube wollte, hatte hier ein Problem. Da ich eigentlich vorhatte, noch eine Koffeintablette zu nehmen, hatte ich also ebenfalls eins.

      Ich glückliche durfte direkt zum Computertest.
    • Abgefragt wurden mich:


      1. Mathematik
      2. Zusammenhängende Wortpaare (Dick verhält sich zu Dünn so, wie Nass zu ?)
      3. Deutsch (ein Wort in 4 Schreibweisen, welche heute ist richtig)
      4. Matrizen Test (9 Symbole , 3*3 wovon eins Fehlt. Unten sind dann mögliche Antworten)
      5. Englisch, Lückentext mit verschiedenen Antwortmöglichkeiten
      6. Reaktion (Den ich wohl sehr versiebt habe, da meine Reaktionszeit etwa bei 40 Sekunden lag und man pro Aufgabe 3 Sekunden Zeit hatte. Yeah.
      (Hier war es so, dass man 4 Felder hat, die wie ein Plus angeordnet sind – sprich oben, unten, rechts und links – und immer 2 Pfeile erscheinen. Ihr klickt auf das Feld, welches in die Richtung liegt, in die der Blaue Pfeil zeigt und anschließend in das Feld, in dem der Roten Pfeil Grade ist.)


      • 7. Mechanik - Zahnrad A dreht sich in gezeigte Richtung, welche Zahnräder drehen sich in eben dieselbe Richtung?

      • 8. Elektrotechnik – zu allen gefragten Dingen war eine Erklärung vorhanden. Meine Aufnahmefähigkeit verhielt sich hier zu meiner Freude an den Aufgaben, wie Nuklearunfall zu Erderwärmung. … nein Moment- sie waren etwa genau so erfreulich.



      Ich habe also die Texte je 2 mal gelesen und dann aus Verzweiflung etwas angeklickt.


      • 9. Räumliches Denken
      Ihr habt dort ein Bild mit einem Rohrgebilde (das Ende ist immer blau markiert), sowie 4 weitere Bilder von Rohrgebilden. Eins oder mehrere zeigen das ursprüngliche Rohr aus einem anderen Winkel/gedreht. Dir anderen sehen nur fast genau so aus.





      • 10 & 11 Fragebögen bei denen ihr wahrheitsgemäß angeben solltet, ob ihr zustimmt oder nicht.




      Danach ging es zum Arzt.
      In den Becher pinkeln
      Warten
      Wiegen, Messen und Lungenfunktionstest
      Warten
      Hörtest und Sehtest
      Warten
      Warten
      Ärztliche Untersuchung:
      Brav und ehrlich Fragen beantworten, unterschreiben
      Herz abhören
      Ausziehen, Puls messen – 20 Kniebeugen – nochmal Puls. Warten. Puls.
      Hinstellen, auf der Stelle gehen mit ausgestreckten Armen.


      Fertig, mein Ergebnis habe ich nicht gesagt bekommen.


      Eine meiner Stubenkameradinnen wurde hier T5 gemustert, da sie 4 Jahre zuvor Drogenabhängig war. Sie soll noch einige Jahre warten, bis sie sich wieder bewirbt. (Ich kann hier nur das erzählen, was ich von ihr hörte, darum garantiere ich nicht für den Wahrheitsgehalt der Aussage)


      Danach hatte ich eine Stunde zum essen und ausruhen.
      Parierter Fisch, Brötchen, Salate, Eintopf etc
      War ganz gut


      Der Nachtisch war super :) Lob an die Küche


      Anschließend hatte ich, weil ich schon mit allem fertig war, noch zusätzliche Zeit. Andere mussten noch einige Tests machen.
      Später haben wir uns noch versammelt und waren ein Schiff besichtigen. Man darf Fragen stellen. Ist wohl auch ganz Sinnvoll, wenn man zur Marine will ;)
      (Leider konnte hier einer unserer Kameraden nicht mit fahren, da er mit dem CAT Test noch nicht durch war.)


      Danach gab es noch einen Vortrag in dem es um die Marine ging. Passt gut auf. Auch der Folgetag wird hier besprochen.


      Danach war Freizeit. Selbes Spiel wieder: 22 Uhr = Türen zu. 15 Minuten später dann Licht aus und Nachtruhe. (Ich selbst konnte endlich gut schlafen)




      Tag 3:


      Selbes Spiel morgens, außer dass Gruppe Sonnenschein nun bereits abgereist war – genau so wie der Teil unserer Gruppe, welcher nur den Sporttest machen musste. Wir waren nun insgesamt noch 10 Bewerber.
      Esst morgens nicht zu viel. Euer Frühstück wird während dem Sportfest Körperverletzung begehen… gar nichts essen ist aber auch nicht gut für den Kreislauf. Packt euch am besten mit dem dort ausgelegten Papier etwas ein. Mittags kommt ihr auch nicht mehr zum Essen in der Kaserne.
      Heute gab es keine Rosinenbrötchen, dafür aber Rührei. :(


      20 Minuten Zeit, dann ging man wieder zum KC Gebäude und wurde zu Sport und dem Gespräch mit dem Psychologen eingeteilt.


      Ich durfte zuerst am Sporttest teilnehmen.


      Man holt seine Sportsachen, für die man besser eine Tasche hat und sammelt sich vor dem Gebäude.


      Danach gingen wir gemeinsam mit Herrn S. zur Sporthalle (Herr S ist im übrigen Bayernfan, mag Helene Fischer und gibt sich alle Mühe, um euch eure Anspannung zu nehmen. Super :))
      Nach dem umziehen haben wir uns gemeinsam aufgewärmt, was für mich persönlich das schlimmste an allem war. Man läuft etwa 10 Minuten im Kreis und macht währenddessen verschiedene Dinge wie seitwärtslaufen und Boden berühren. Danach dann Dehnübungen.


      Die Gruppe, welche als erste in die Halle darf, hat meiner Meinung nach Vorteile: Bessere Erklärungen und längere Verschnaufpausen .


      Seit 2014 führt die Bundeswehr den BFT durch.
      (Einige Bewerber, die sich vor 2014 also schon einmal beworben hatten, werden hier also unter Umständen etwas verwirrt sein)




      Station 1:


      Pendellauf: Hier läuft man grob zusammengefasst 11 mal 10 Meter. Hin, zurück, hin, usw.
      Man startet hier auf dem Bauch liegend, mit den Händen auf dem Rücken, immer wenn man wieder am Startort ankommt, wirft man sich hin und klatscht die Hände auf dem Rücken.


      Es wird mitgezählt, macht euch darum also keine Gedanken.


      Ich Jogge nicht und renne noch viel weniger. Hier habe ich eine Zeit von 50 Sekunden erreicht – 60 Hat Mann Zeit. Es ist also machbar. Einer aus unserer Gruppe war noch unter 40 Sekunden.
      Ansonsten war der Pendellauf für mich am schlimmsten und mein Kreislauf fand ihn auch nicht so cool.


      Trinken wurde uns dort zu genüge angeboten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gebimanelca ()

    • Station 2:


      Nachdem alle beim Pendellauf durch waren, ging es an den Klimmhang.
      Man hat eine Trittleiter zur Verfügung um sich in Position zu bringen (Niemand muss sich selbst hoch ziehen), Magnesium für die Hände steht ebenfalls bereit und sollte dringend genutzt werden.
      Die Zeit wird gezählt, sobald man mit den Füßen von der Leiter tritt. Diese wird dann weg gezogen und die Beine, welche einem dann etwas baumeln, werden durch eine Hilfestellung zum Stillstand gebracht.


      Der Klimmhang war mein absoluter Angstgegner, da ich Zuhause immer nur knapp über 8 Sekunden erreicht hatte.
      Man wird da super motiviert, mit 40 Sekunden war ich am schlechtesten. Dennoch sehr zufrieden mit mir.
      6 Sekunden muss man zum bestehen erreichen. Der Beste unserer Gruppe war bei 108 Sekunden fertig.


      Danach erst mal Händewaschen und trinken, dann sofort hoch zum Ergometer-Test.


      Station 3:


      Für die, meisten war dieser Test das schlimmste, ich fand ihn fordernd aber gut – allerdings tue ich nicht viel anderes als Rad fahren Zuhause ;)
      Von Gruppe Sonnenschein am Vortag ist mindestens eine Person am Ergometer gescheitert.
      Ihr müsst dort 3 Kilometer innerhalb von 6:29 fahren. Das Ergometer stellt ihr euch selbst ein, was die Höhe angeht.
      Es gibt vorher noch eine Erklärung, die ist wichtig. Ein unaufmerksam Kamerad hatte eine wirklich schlechte Zeit, weil er unaufmerksam war. (Es war der, der unsere beste Klimmhang-Zeit hatte)
      Stellt euch die Wattzahl (fühlt sich wie eine Steigung an) möglichst hoch, um eure Zeit zu verbessern. Die Geschwindigkeit in der ihr tretet, reicht alleine nicht aus. Vor allem deshalb, weil ab 130 Umdrehungen nicht mehr gezählt wird. Mindestens 90 Umdrehungen muss jeder treten.
      Ich bin mit 220 Watt fast von Beginn an durch gefahren und mein Ergebnis war besser als die meisten Männer. 4:13.


      Bei diesem Test gibt es Kotztüten an den Ergometern, laut Herrn S. werden diese auch regelmäßig gebraucht. Durch dir günstig gewählte Position der Tüte könnt ihr allerdings gleichzeitig Kotzen und fahren. :P


      Uns wurde dann mitgeteilt, dass wir alle bestanden haben und Duschen gehen sollen. Einigen Leuten war schlecht und fast allen Männern Taten die Beine weh. Mir nicht, Haha.


      Nach dem Duschen dann noch mal rein um das Ergebnis, welches es nun schriftlich gab ab zu holen. Anschließend in die Stube um sich noch mal hübsch zu machen und seine Sportsachen weg zu bringen. Dann zum Steuerkopf und in den Warteraum, um auf das Gespräch mit dem Psychologen zu warten. Weil Freitags wohl ein Personalmangel herrscht, was Psychologen angeht, hatte nicht jeder ein Gespräch mit einem.


      Es gab 3 Prüfergruppen, bestehend aus:


      Gruppe 1: Ein Kapitän
      Gruppe 2: Ein Offizier und vermutlich ein Psychologe
      Gruppe 3: Zwei Offiziere und ein Psychologe
      (Offiziell waren die nicht als 1,2, und 3 ausgezeichnet - der Einfachheithalber nenne ich die nur mal so)


      Ich war die einzige in Gruppe eins, soweit ich das weiß. Warum das so war, kann ich nicht sagen. Die ursprüngliche Idee war, dass ich als erstes Interviewt werde, weil ich die längste Heimfahrt vor mir habe und früh fahren muss. Da ich aber anschließend als letzte das Karriere Center verlassen habe, hat sich das Widerlegt.


      Geht vorher auf die Toilette, wenn ihr beim Sport viel getrunken habt.

      Das Interview


      Bei dem Interview, welches mit einem Vorstellungsgespräch gleich zu setzen ist, solltet ihr anständige Kleidung tragen. Bluse und lange, Schwarze Hose bei mir, Hemd bei euch. (Anzug wäre schon etwas überzogen, denke ich) Ihr bewerbt euch immerhin auf eine Stelle. Und wer sie wirklich haben will, macht sich schon im Vorfeld Gedanken und zeigt das dementsprechend.


      Jeden wird etwas anderes gefragt, die Fragen nach Einsätzen und was macht man als Feldwebel bzw das von euch gewünschte sind aber sehr wichtig. Es wird stark auf eure Fragen und vor allem den am Anreisetag ausgefüllten Fragebogen eingegangen. Man wird versuchen euch aus dem Konzept zu bringen, um eure Ehrliche Meinung aus euch heraus zu kitzeln. Ich konnte Einsätze nennen und bis auf einen Fehler auch, was die Marine dort macht. Bei einem hatte ich nur anscheinend eine recht große Fehlinformation, was mir auch gesagt wurde. Ist eben so, egal. ich ahbe meine Fehler und meine schlechten Geologiekenntnisse gestanden. Ein bisschen hat er mir dann bei dem Thema Dialekt auf den Zahn gefühlt – ich bin der Meinung, dass ich von einem Deutschen auch erwarten kann, dass er soweit hochdeutsch sprechen kann, dass man ihn versteht. Ansonsten wurde noch auf meinen Freundeskreis eingegangen(Wie groß, was wir zusammen machen), auf meine Schulzeit und auf meine Selbsteinschätzung von dem CAT test. Über die Familie wurde ich nicht ausgefragt – da habe ich allerdings auch eine Musterfamilie. (Vater Berufsschullehrer, Mutter Hausfrau, Schwester und Hund).
      Nach meinem Realschulabschluss hatte ich das Fachabitur begonnen und mit sehr schlechten Noten abgebrochen - Allerdings danach einen durchgehenden 1er-Schnitt in der 3-Jährigen Ausbildung gehalten. Auf mein Fachabi wurde kurz eingegangen, ich habe ehrlich geantwortet, dass Technische Informatik nichts für mich ist und ich die trockene Theorie gehasst habe und darum nicht weiter machen wollte, dass mir Logistik aber nun viel mehr Spaß bereitet etc.


      Bei den anderen sahen die Gespräche wiederum ganz anders aus. Viele hatten ihre Leichen im Keller und mussten dafür einstehen. Bei anderen wurden recht normale Dinge schlecht gemacht.
      Jemand aus der Gastronomie musste seinen Beruf verteidigen und erklären, dass er viel Verantwortung und Stress als Schichtleiter hat.
      Jemand hatte Tunnel und wurde deswegen sehr ausgefragt.
      Einer hatte eine extrem harte Kindheit, ihm wurde gesagt, dass sie normal solche Bewerber nicht nehmen. Er ist offen und gut mit der Situation umgegangen und hat eine gute Eignung erhalten.
      (Einer unserer Feldwebel-Bewerber war schon mal bei der Bundeswehr und wurde nach 9 Monaten rausgeworfen, weil er betrunken Auto gefahren ist. Auch er hat die Feldwebel-Eignung bekommen)


      Meine verbleibende Zimmergenossin wollte ursprünglich eine Ausbildung machen, hatte aber keine Ahnung von nichts und hat sich nicht informiert und ist immerhin noch mit FWD für die Mindestzeit gegangen.


      Wir waren ansonsten wohl eine recht gute Gruppe. Nur eine Person ist beim Arzt komplett ausgeschieden und 4 von 7 haben die Feldwebeleignung, ( Von den eintägigen Bewerbern weiß ich es nicht, wir waren ja mal mehr.)


      Der Einplaner


      Nach dem Gespräch ging es dann zum Einplanen, wo noch mal recht lange gewartet wurde.


      Dort fand ich die Zeit zugegeben sehr knapp. Ein anderer Einplaner teilte mir vor meinem Gespräch erst mal mit, dass in meinem Bereich bei der Marine nichts frei ist Und ich darum noch warten müssen, da ich aus diesem Grund zu einem anderen Einplaner gehen müsse. Da ich mir bis dahin eh nie 100% sicher war, ob es Marine sein muss, habe ich das akzeptiert.


      Irgendwann kam dann der Einplaner und nahm mich mit. Hat noch ein paar allgemeine Fragen zu mir gestellt, um die Angaben in seinen Dokumenten vervollständigen zu können. Dann hat er mich gefragt, welche der angegebenen Berufsbereiche – die standen auf dem vom Interviewer ausgefüllten Zettel – ich machen möchte und wo. Dann habe ich gesagt, dass ich die Luftwaffe bevorzuge und er hat gesucht.
      Dort hängt eine große Deutschlandkarte mit angegebenen PLZ-Bereichen, er sieht seine Liste durch und nennt euch den PLZ Bereich, in dem er eine Freie Stelle hat, sowie das Datum, ab wann ihr dann anfangt. Bei mir waren es pro Quartal nicht sonderlich viele - und die frühsten wären erst im Januar frei gewesen.
      Für den 01.10 leider gar nichts mehr frei. Ab dem 01.01 nur extrem weit weg und ab dem 01.07 kamen ein paar für mich realistische Vorschläge. Dort habe ich dann zugeschlagen, dann die Verträge unterschrieben und erklärt bekommen. Nach meiner Wahl habe ich noch kurz mit ihm über die Marine gesprochen und erfahren, dass ich wohl doch dort hätte hin können… Naja. Ich bin aber nicht unzufrieden mit meiner Wahl. Leider muss ich nun 10 Monate warten, bis ich meine AGA in Heide beginnen darf, kann mich dafür aber auf Heide und ab 2019 auf Mechernich freuen.


      Hätte ich noch einmal die Möglichkeit, würde ich mich vorher ein wenig mehr über die Möglichen Kasernen oder Gebiete in Deutschland informieren, um mehr als das Auswahlkriterium "Weit weg" oder "Liegt am Meer" zur Verfügung zu haben. Ich konnte ja nicht Ahnen, dass ich eine Zukunft in einem Bayerischen Kurort hätte vor mir haben Können. Haha, meine Eltern hätten mich wohl dafür noch mehr geliebt.


      Danach war dann noch mal warten angesagt und ein abschließendes Gespräch über die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten führen. Das meiste was dort gesagt wurde, wusste ich allerdings schon.


      13 Uhr:


      Anschließend die Stube räumen und noch mal zum Steuerkopf um den Bahngutschein für die Rückfahrt zu erhalten. Zum Bahnhof wurde ich gefahren, dort habe ich dann den Reisegutschein eingetauscht und bin in den Zug gestiegen. Geplant war eine Fahrt mit 2 Mal Umsteigen. Beim ersten mal durfte ich aber nicht in den Zug, weil dieser zu voll war. meine Rückfahrt hat 10 Stunden gedauert und 5 mal Umsteigen erfordert.


      Anschließend möchte ich sagen, dass es gut möglich ist, dass ich etwas durcheinander gebracht habe oder gar vergessen. Das ganze beruht auf meinen Erinnerungen und wurde großteils während meiner Bahnfahrt nach hause geschrieben. Ich entschuldige mich für Rechtschreibfehler. Passiert.^^


      Ihr könnt mich auch gerne Fragen stellen oder Änderungswünsche äußern. Möglicherweise werde ich mit der Zeit auch noch einige Dinge hier ergänzen.


      MFG :)