Offener Brief an den Bundestag

    • Offener Brief an den Bundestag

      Liebe Kameraden,
      untenstehenden Brief mache ich gerne im Originalwortlaut öffentlich (Absenderangaben liegen mir vor).
      Wie recht Herr OTL d.R. Schoch hat.



      "OFFENER BRIEF

      Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Lammert,
      sehr geehrter Herr Thierse,
      sehr geehrte Fraktionsvorsitzende,

      am 07.10.2010 informierte der Bundesminister der
      Verteidigung während einer laufenden Bundestagssitzung die
      anwesenden Abgeordneten mit einer Erstinformation über
      einen in Afghanistan im Einsatz gefallenen
      Bundeswehrsoldaten und sechs verwundete Kameraden.

      Leider musste ich zur Kenntnis nehmen, dass die anwesenden
      Bundestagesabgeordneten es nicht für nötig hielten, die
      Debatte zu unterbrechen sowie dem gefallenen
      Bundeswehrsoldaten kurz zu gedenken und sich von den
      Plätzen zu erheben.

      Dieser Soldat hat sein Leben im Rahmen eines von Ihrem
      Hause beschlossenen Auslandseinsatzes gegeben.

      Jeder Vorsitzende eines Kaninchenzüchtervereins hätte beim
      Erhalt einer solch traurigen Nachricht eine Gedenkminute
      eingelegt. Nicht jedoch der Deutsche Bundestag, der
      scheinbar weitgehendst ungerührt seine Debatte vorsetzte.


      Meine Damen und Herren, ich schäme mich für Sie als meine
      Volksvertreter!

      Hochachtungsvoll!
      Michael Schoch"
      Bitte habt Verständnis dafür, dass ich Fragen zur Bundeswehr per PN, IM oder Email nicht mehr beantworte.
      Dafür gibt es dieses Forum.
      Freundschaftsanfragen werden positiv beantwortet nach persönlichem Kennenlernen
    • Wie recht er doch hat. Dem kann man nur beipflichten.

      Manchmal wäre es doch besser, wir hätten noch unseren Kaiser. Er war nicht perfekt, hatte seine Fehler und hat auch nicht alles richtig gemacht, ABER er hatte immer ein offenes Ohr für seine Soldaten. (Bis kurz vor Schluß, aber das ist eine andere Geschichte)

      Die Politiker haben die falsche Einstellung und mit der Bevölkerung sieht es auch nicht viel besser aus. Es ist ja schon mal ein Novum, das es in den Medien überhaupt gemeldet wurde. Was unsere Politiker betrifft, so taugen sie ja alle nichts, den für die Kumpel in Chile hatte man sofort die richtigen Worte parat (es sei Ihnen auch gegönnt, sie haben es verdient. Fast 70 Tage 700 m unter der Erde festzusitzen ist schon eine harte Nuss) aber für unsere Kameraden nicht ein einziges Wort.

      Da sollte man sich lieber mal über den großen Teich schauen und sich daran ein Beispiel nehmen. Bevölkerung wie Regierung sind dankbarer als es bei uns der Fall ist.
    • 7. Oktober 2010 Es passiert an einer Straße in der nordafghanischen Provinz Baghlan: Eine Bundeswehr-Patrouille, eingesetzt zur Sicherung einer Brücke auf der wichtigen Nachschubroute Richtung Kabul, wird von einem Aufständischen attackiert. Dieser sprengt sich in der Nähe der deutschen Soldaten in die Luft. Ein 26-jähriger Sanitäts-Oberfeldwebel vom Fallschirmjägerbataillon 313 in Seedorf stirbt, 14 weitere Bundeswehr-Soldaten werden verletzt.




      Hmmmpf. Sanitätsfeldwebel, also eher 1. Kompanie oder? Ich war im FschJgBtl. 313 stationiert. :/



      Traurig ist das schon, sollte man evtl. auch einen Brief an die Medien leiten, oder ist dies schon geschehen? Die arbeiten doch gerne mit dem Thema BUNDESWEHR. "Deutsche Soldaten sterben in Afghanistan und niemanden interessierts...." Ist schon ein dickes Ding, es muss ja im TV zu sehen gewesen sein, oder war jener Oberleutnant d.R. vor Ort und weiß es deswegen?

      Hat denn Guttenberg etwas gemacht? Hat er es nur in den Raum geworfen oder zumindestens Anstalten gemacht eine Gedenkminute einzulegen? Was wohl passiert wäre, wenn zu diesem Zeitpunkt eine Gruppe Soldaten vor Ort gewesen wäre, man kann sich doch ab und zu solche Sachen von der Zuschauerbühne (?) anschauen. Hätten die für sich Gedenken sollen oder evtl. mal runterschreien können ala...

      HERR BUNDESVERTEIDIGUNGSMINISTER, Oberleutnant der Reserve X, melde mich in persönlichen Anliegen, denken Sie nicht, es wäre angebracht, für unseren gefallenen Kameraden...siehe Text oben... "
      Zynismus meine Rüstung, Sarkasmus mein Schild und Ironie mein Schwert.
    • Das hab ich garnicht mitbekommen...ist schon eine Unverschämtheit!

      Kann mich da eigentlich dem Herrn Oberstleutnant nur anschliessen...sowas darf nicht sein!!!

      Zu den Medien...es werden meist nur schlechte Dinge breitgetretten...das zB 2 Koblenzer Sanis ein brennendes Haus evakuiert haben ohne an sich selbst zu denken davon hat man nix gehört!!!!

      manchmal denk ich mir armes Deutschland....
      "Ich möchte nur wissen, wie es dem Burschen gelungen ist, als Embryo wieder aus dem Mülleimer rauszukommen."----Hawkeye

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shakespear () aus folgendem Grund: die ST Tasten wurden ned angenommen...naja...

    • @ES
      Der "Oberleutnant" ist "Oberstleutnant" (zwei unscheinbare Buchstaben mit recht großem Unterschied an Erfahrung OTL).
      In den Einsatzkompanien wird die Differenzierung zwischen "1. Kompanie" und anderen weitgehend aufgehoben, auch der Sani muss kämpfen können und der Infanterist kann Wunden sachkundig versorgen. In den Trupps sind sie meist gut durchgemischt - aber noch erkennbar.
      Der Herr Oberstleutnant konnte das Geschehen live am TV verfolgen, weil es in der Debatte um Bundeswehr ging. Dazu brauchte er nicht auf der Tribüne zu sitzen (von der übrigens keine Zwischnrufe gemacht werden dürfen, wenn man nicht übel Ärger bekommen möchte - zudem schon gar nicht in Uniform...).
      KT hatte das Ganze wohl recht frisch auf den Tisch bekommen, es wäre die Aufgabe des Präsidenten gewesen oder ein Initiative aus dem Plenum...
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    • Ne Portion Klugheit am Morgen is doch was feines. Habs überflogen, stimmt ja, ein Oberleutnant hätte wohl kaum den Arsch in der Hose sowas zu schreiben.

      Danke für die Korrektur.


      Weiter: ICH HABE HIER KEINEN TV, deswegen frage ich, und da ich auch mehr mit meiner Freizeit zu anzustellen weiß, als mich vor dem TV zu setzen (den ich nicht habe) und mir irgendwelche "Debatten" von inkompetenten Volksvertretern anzusehen (wie Top es formuliert) wusste ich auch deswegen nichts davon und habe einfach nachgefragt!

      DANKE



      Tja, wenn man auf der Bühne sitzt, gäbs wohl 3 Möglichkeiten, entweder man steht geschlossen auf und verlässt den Raum aus Wut, man steht auf und symbolisiert evtl. salutierend oder gedenkend (Kopf gesenkt) oder 3.) man lebt mit den Konsequenzen, hat den Arsch in der Hose und meldet sich zu Wort!

      Im Nachhinein kann jeder meckern, kennt man doch, aber wenns passiert sind meistens alle Still!
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    • Ob es jemals eine Antwort geben wird ? Das Verhalten des Bundestages ist jedenfalls sehr peinlich - wäre man böse, könnte man sagen : das hohe Haus unserer Volksvertreter ist bereits abgestumpft.
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