Kasernenschläfer? - Noch ein Jahr und dann?!

    • Kasernenschläfer? - Noch ein Jahr und dann?!

      Guten Abend werte Kameraden.

      Nun sind es knapp 4 Jahre in den Streitkräfte und viele Lehrgänge wurden bewältigt.

      Heute möchte ich die ein oder andere Frage zum Thema Trennungsgeld in meinem kleinen Fall stellen, da ich mir oft so vorkomme als ob ich an den Kameraden vorbeireden würde. Nicht im negativen Sinne :)

      In diesen vier Jahren konnte ich jedoch noch immer kein praktikables Fachwissen aneignen, obwohl ich sogar die ZAW zum Verwaltungsfachangestellten gemacht habe und das Thema TG behandelt wurde.


      Zu mir, ich bin seit 04/15 bei der Bundeswehr. - in dieser Zeit befand ich mich häuslich gesehen bei meiner Familie und habe dort im Kinderzimmer gelebt.
      In den ersten Monaten der AGA - Kasernenschläfer da über 300km bis nach Hause
      1 Versetzung nach der AGA - Kasernenschläfer da über 700km bis nach Hause
      2 Versetzung - Kasernenschläfer mit gut 130km bis nach Hause ("Heimatnah ...")

      WICHTIG_ in diesem Zeitraum habe ich mir nun ein Haus in der Nachbarnschaft meiner Eltern gekauft. ----> Beim Perser gemeledet und UMGEZOGEN, wird jedoch nicht anerkannt da zu weit von meiner Dienststelle entfernt (naja 130km halt)
      Man möchte ja für die Zukunft vorsorgen und nicht alles für ne neue Karre draufgehen lassen.

      Nun zum Problem. Ich bin GERNE Kasernenschläfer da es günstig und für meine Situation im Moment einfach passend ist. ich werde aber bald 25 = zu alt = raus aus der Kaserne

      Ich zahle zur Zeit das Haus ab und lebe am Wochenende dort. Sofern ich aber 25 werde muss ich mir eine zweite Wohnung (nahe der Dienststelle) suchen die ich mir nicht leisten kann. (Region Köln/Bonn)

      Was gibt es für Alternativen außer das Haus zu vermieten (was ich nicht möchte da man nie weiss wen man bekommt).

      Über einige Vorschläge würde ich mich freuen.

      MkG

      Der Kamerad von nebenan.
    • Die Wohnung müsste als eigener Hausstand zwar anerkannt sein, aber nicht berücksichtigungsfähig sein. Das ändert nun erst einmal nichts, ist nur das wording.
      Hat man dir angekündigt, dass man dir ab 25 keine Stube mehr zur Verfügung stellen kann, oder ist das nur eine Vermutung?
      Vielleicht findet sich eine WG? Oder bei einem Kameraden zur Untermiete?
      Wenn man dir aufgrund der Unterkunftssituation keine Stube mehr stellt, wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben. Du musst da abwägen zwischen nahe an der Kaserne und teuer oder ggf. ein Zimmer weiter raus, dafür billiger.
    • Guten Morgen und danke für die flotte Rückmeldung.

      Die Kameraden werden zur Zeit Reihenweise aus den Stuben genommen. (bisher 2 aus meiner eigenen / 3 weitere aus dem Gang). D.h. für mich wird da wohl keine Ausnahme gemacht.

      Eine billige Unterkunft ist im Raum Köln Bonn sowieso kaum möglich. Fast schon frech fand ich die Aussage einen Wohnwagen zu kaufen... was aber gar keine so dumme Alternative währe.
      Ich finde es schade das man sich über den Schlafplatz solche Gedanken machen muss, nur weil mein seiner Tätigkeit nachkommen möchte.

      WG`s sind in der Studentenstadt machbar, ebenso Untermiete bei Kameraden. Ich denke es wird darauf hinauslaufen. Obwohl schon 300€ erheblich weh tun.
      Neben den Mietkosten wurmt mich diese miese Zweitwohnungssteuer von 21%! auf den Mietpreis PRO Monat welche am Jahresende an den Staat gehen.

      Übrigens ist eine Versetzung auch kaum möglich.... falls jmd. daran denkt, dies vorzuschlagen.
    • Ich komme ja selber aus dem Köln/Bonner-Raum.
      Um es aber auch sachlich zu betrachten: es ist und bleibt ein selbst herbei geführtes Schicksal, wenn du weiter vom Dienstort dich niederlässt.

      Wegen der Zweitwohnsitzsteuer, vielleicht heiraten ;)


      Dies hatte der DBwV einmal zur Thematik auf seiner Homepage veröffentlicht:


      "Das ist zu beachten:


      Nach der gültigen Rechtslage müssen sich Berufs- und Zeitsoldaten unter bestimmten Bedingungen am Standort anmelden,
      auch wenn sie eine gemeinsame Wohnung mit der Familie woanders haben.



      Dadurch entstehen ihnen Aufwand und zum Teil die Zweitwohnungssteuer-Pflicht, da die Zweitwohnungssteuer regelmäßig
      an die Innehabung eines Nebenwohnsitzes geknüpft ist.



      Die Zweitwohnungssteuer ist eine kommunale Steuer, die für eine Nebenwohnung erhoben wird.


      Der Steuersatz variiert von Gemeinde zu Gemeinde, liegt im Schnitt aber bei rund zehn Prozent der Nettokaltmiete.


      Auch die einzelnen Regelungen der Kommunen variieren, manche nehmen Soldaten in Gemeinschaftsunterkünften von
      der Steuerpflicht aus (weiterführende Informationen und Hinweise unter anderem unter
      www.zweitwohnsitzsteuer.de).


      Allerdings dürfen Verheiratete, die nicht dauernd von ihrer Frau getrennt leben und die aus beruflichen Gründen neben
      der Ehewohnung eine weitere Wohnung innehaben, laut einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts aus
      dem Jahre 2005 nicht zu einer Zweitwohnungssteuer herangezogen werden.



      Für den seltenen Fall, dass unverheiratete Trennungsgeldberechtigte für ihre Wohnung/Unterkunft am
      Dienstort eine Zweitwohnungssteuer zahlen müssen, erhalten sie diese zudem im Rahmen des § 3 Abs.4 TGV erstattet.



      Nur dann, wenn Unklarheit über die Frage besteht, wo der/die Betroffene die meiste Zeit verbringt, rückt das Kriterium
      des „Schwerpunkts der Lebensbeziehungen“ in den Blickpunkt der Meldebehörden. Dann würden Angaben über familiäre
      Beziehungen, Freundeskreis, gesellschaftliches oder ehrenamtliches Engagement, Sportverein und anderes herangezogen.



      Letzte Änderung am 30.7.2012 "
    • Ich muss Perser zustimmen, die Entscheidung für das Haus war nicht dienstlich veranlasst und Ihre Wohnung ist aufgrund der Entfernung zur aktuellen Dienststelle nach Lage der Dinge auch nicht berücktigungsfähig.

      Was Ihre zukünftige Unterkunftssituation betrifft, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme mit der für Ihren Dienstort zuständigen Wohnungsfürsorgestelle beim Bundeswehr-Dienstleistungszentrum. Diese kann Ihnen ggf. eine kostengünstigere Unterkunft vermitteln oder Ihnen auf Antrag eine Wohnung zuteilen, wenn Sie sich mit einem oder zwei weiteren Betroffenen in einer WG unterbringen wollen.
      In dem von Ihnen genannten Ballungsraum sind Wohnungen, zumal preisgünstige, allerdings nicht sehr zahlreich - erwarten Sie deshalb kein Wunder und beginnen Sie nach Möglichkeit rechtzeitig mit der Suche. Sie können auch im Intranet auf den Seiten der Wohnungsfürsorge nach Angeboten suchen. Erkundigen Sie sich auch nach sog.Boardinghäusern, möglicherweise ist so etwas an Ihrem Standort verfügbar. Viel Erfolg!
    • Lieben Dank für die Antworten.

      Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich mich in den nächsten Monaten auf das Schlafsofa eines Kameraden begebe.

      Ab hier will ich keine Diskussion entstehen lassen. Ich wollte mich nur einmal auslassen. :)
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      Ich finde es trotzdem ein UNDING, dass Soldaten die ihrer Tätigkeit nachgehen in dieser Art ausgebremst werden.
      Ich leiste gerne meinen Dienst jedoch kann es mir doch nicht verübelt werden, dass ich mir in der Heimat ein Standbein setze oder sehe ich das falsch?
      Ich habe an meinem momentanen Standort keine Freunde/ kaum Soldaten die in irgendeiner Art und Weise interessiert sind etwas zu unternehmen und keine Familie.

      Viele Kameraden kaufen sich von ihren Gehältern tolle Autos, die jedoch aufgrund von Pendelei viel zu sehr darunter leiden.

      Ich mache mir in Zukunft sorgen um Altersvorsorge und günstigen Wohnraum. Da lass ich mir doch nicht von der Bundeswehr sagen wo ich was zu kaufen habe und wo ich was zu investieren habe. Bundeswehr habe ich (falls ich kein Berufssoldat werde) noch ca. 10 Jahre.
      Das Haus soll auf dauer sein.

      Auf der Bank gibt es keine Zinsen und eine andere sichere Anlage ... da kenn ich mich nunmal nicht mit aus - FInger weg.

      Das Ziel von Vereinbarkeit Familie und Beruf sehe ich daher bei mir nur bedingt bis kaum erfüllt.

      Nein, unzufrieden bin ich nicht. Nur alternativlos. Eine Versetzung kommt kaum in Frage da die nächstgelegene Kaserne von mir (UNNA) SEHR stark belegt ist und somit nicht der HAUCH einer Chance besteht.

      Wie ist eure / Ihre Meinung?

      MkG :)
    • Meine Meinung dazu:
      Es wird dir ja nicht verübelt. Aber nüchtern gesehen, hast du die Situation selbst herbeigeführt.
      Das BUKG (und damit der Dienstherr) hat dir ja die Möglichkeit gegeben, an den Standort zu ziehen. UKV-Zusage wurde erteilt. Du hast für dich entschieden, deinen Lebensmittelpunkt woanders aufzubauen, das ist ja völlig in Ordnung.
      Der Dienstherr schreibt dir nicht vor, wo du dein Haus kaufst, das kannst du in der Tat wo du willst.
      Allerdings zieht das halt dann auch Folgen nach sich, die nicht der Dienstherr bedient, sondern du. Dafür bekommst du ja ein Gehalt.
      Auch diese Überlegungen gilt es, aber Festlegung seines Wohnsitzes einzubeziehen.
      Und hättest du das Haus bereits bei der Einstellung oder beim Statuswechsel gehabt, hätte man dir auch Trennungsgeld und einen Mietzuschuss am Dienstort bezahlt. Der öffentliche Dienst trägt damit Rechnung, dass der Zustand, der vor der Entscheidung, den öD als Arbeitgeber zu wählen ja bereits bestand (also "nicht selbst herbeigeführt"9 und unterstützt das. Du hast halt im Wissen deines Dienstortes eine andere private Entscheidung getroffen. Das ist völlig o.k., aber die Konsequenzen musst du halt auch tragen.

      Was ich nicht verstehen kann ist, wieso du damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht oder kaum erfüllt siehst. Du kannst doch wohnen wo du willst, allerdings zieht das dann halt eben ein paar Kosten nach sich. Selbst herbeigeführt.
    • Neu

      Ich möchte auf deinen letzten Punkt eingehen.
      In meinen Augen ist der Begriff "ein paar Kosten" schon etwas "kurz geraten". Wir können ja mit offenen Karten spielen.
      Als junger Fw/Btsm mit knapp 2000 netto (welches ein mehr wie gutes Gehalt ist!) ist es nunmal schwierig noch eine große finanzielle Verpflichtung nachzugehen.

      Haus (ja ich weiss, mein Problem) mehrere Hundert Euros, jedes Wochenende pendeln, großer Verpflegungsaufwand. (wir haben keine Truppenküche daher gibt man für ein einfacher Tagesgericht gut 5 Euro aus; ohne Getränk) ohne Abendbrot und Frühstück. Bezuschusst wird da nix. Beamtenküche halt. Selber kochen geht auf den Stuben nicht daher geht es nunmal nicht anders. Wir können nichtmal was aufwärmen...

      Am Ende bleibt nicht viel. Ich sehe meine Freundin, meine Familie mein Haus und meine Kollegen an max. 2 Tagen in der Woche.
      Den halben Freitag verbringt man ja eh auf der A1 :D Ja - wir sind ne Pendlerarmee.
      Familie und Beruf ... oder auch FamilienGRÜNDUNG sehe ich als stark eingeschränkt.
    • Neu

      Dann habe ich noch eine Frage: warum hast du einen weit entfernen Job angenommen? Oder warum zieht ihr nicht an den Dienstort?
      Ich sehe immer noch keinen Grund, der durch den Arbeitgeber herbeigeführt wird.
      Die 2 Tage Sehen am WoEn wären doch auch mit einer Kasernenunterkunft. Das ist whataboutism.

      "Paar Kosten" war nicht quantitativ gemeint. es zieht hat einige Kosten nach sich. Ich weiß, was im Köln/Bonner-Raum Wohnungen und Häuser kosten. Trotzdem habe ich mich vor 19 Jahren dazu entschlossen (damals als Lt besoldet) mich hier sesshaft zu machen, weil ich eben die Pendelei satt hatte.
      Ja, bei einigen Zwischenverwendungen musste ich wieder pendeln. Aber der Dienstherr ermöglicht es mir immer wieder, im Köln/Bonner-Raum eingesetzt zu werden. Ich finde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf recht gut. Zumal mir auch die Umzüge (bisher 3) bezahlt wurden.